Ionos und GoDaddy gelten an der Börse derzeit als potenzielle KI-Verlierer, da generative KI klassische Websites und Suchmaschinen Traffic unter Druck setzt. Ich komme aber zu einem anderen Ergebnis: In einer Welt autonomer KI-Agenten verschiebt sich der Wert von der sichtbaren Oberfläche des Internets hin zu Identität, Verifikation, Haftung und vertrauenswürdiger Datenhaltung. Genau hier sind Ionos und GoDaddy strukturell positioniert. Ionos nutzt mit seiner Momentum Plattform und der Vision eines „AI Service Passport“ (AISP) regulatorische Tiefe und europäische Souveränität als Wettbewerbsvorteil, während GoDaddy mit dem Agent Name Service (ANS) auf Basis des DNS ein neutrales Adressbuch für KI-Agenten aufbaut, eine potenziell hochmargige Plattform mit starken Netzwerkeffekten. Beide haben das Potential auf unterschiedliche Weise stark von Agentic AI zu profitieren und möglichweise in neue Größenordnungen hineinzuwachsen, was vom Markt bislang ignoriert wird.1. GeschäftsmodellFür die weitere Analyse ist es wichtig, dass wir zwei grundlegende Begriffe, die zum weiteren Verständnis wichtig sind, klären: Registry und Registrar.Registry: Eine Registry ist so etwas wie das Telefonbuch für eine Toplevel Domain (z.B. “.com”). Wer in diesem .com Telefonbuch stehen will und damit unter dieser Adresse im Internet erreichbar sein will, muss eine jährliche Gebühr (~$10 pro Jahr) bezahlen. Dieses Telefonbuch wird von einem einzelnen Unternehmen geführt, im Fall von .com ist dies das Unternehmen “Verisign”. Es ist eines der besten Geschäftsmodelle der Welt, denn man hat ein Monopol, darf seine Preise regelmäßig erhöhen und hat kaum Kosten. Verisign ist an der Börse gelistet, hat eine Marketcap von $23 Mrd und erzielt EBITDA Margen von knapp 75%.-> Funfact: Durch den KI Boom ist die Top Level Domain .ai aktuell stark gefragt, dies ist eigentlich eine länderspefizische Domain von “Anguilla”. Die Einnahmen aus dieser .ai Registry machen mittlerweile mehr als 20% des Staatshaushaltes von Anguilla aus.Registrar: Möchte nun ein Unternehmen oder ein Privatkunde eine Domain registrieren, wie “xyz.com” macht er das nicht bei der Registry direkt, sondern bei einem sogenannten Registrar. Das sind Unternehmen, die von der Registry zur Eintragung und Weiterverkauf berechtigt sind. Dies ist ein ganz anderes Geschäftsmodell, denn es ist wettbewerbsintensiv, da es für eine Registry eine Vielzahl an Registraren gibt und wenn der Registrar dann z.B. $15 pro Jahr nimmt, muss er direkt $10 an die Registry weiterreichen und hat dementsprechend eine geringere Marge. Für diese Marge muss er allerdings auch den Support, die Zahlungen und die technischen Einstellungen durchführen, so dass dieses Geschäft kaum profitabel zu betreiben ist. Es ist allerdings sehr “sticky” und wer einmal Kunde ist, bleibt es in der Regel für eine lange Zeit und bietet für die Registrare daher die Möglichkeit die Kundenbeziehung für Cross Selling zu nutzen. Daher nutzen Registrare den Domainverkauf vor allem als trojanisches Pferd, um dem Kunden im Anschluss weitere hochmargigere Services zu verkaufen, die man rund um seine Website gebrauchen könnte.Zu diesen Services gehören z.B. Webhosting (also Speicherplatz und Serverleistung für Websites), E-Mail Postfächer, Website Baukästen, SSL Zertifikate und andere Security Pakete sowie Onlinemarketing Tools. Vieles davon sind wiederkehrende SaaS Einnahmen, dadurch können Registrare ihre Einnahmen pro Kunden auf über $200 pro Jahr steigern und lassen die eigentliche “Registrargebühr” in den Hintergrund rücken.Aufgrund ihrer Positionierung haben die Registrare auch die Möglichkeit einen Marktplatz für Domainhandel zu betreiben, hier liegt ein sehr hochmargiges Geschäft, denn begehrte Webseiten können über diese Marktplätze zu hohen Beträgen verkauft werden wovon die Marktplatzbetreiber eine Gebühr erhalten ohne das sie größere Kosten haben.1.1. IonosIonos ist ein führender europäischer Hosting- und Domain Anbieter mit Schwerpunkt in der EU und kommt auf eine Marketcap von fast €4 Mrd. Das 1998 gegründete Unternehmen hat durch Übernahmen (Strato, home.pl, InterNetX, Sedo,...) eine starke Position insbesondere im deutschsprachigen und europäischen Markt aufgebaut. Mit 6,5 Millionen Kunden in 18 Ländern ist Ionos der größte europäische Cloud- und Hosting-Provider für kleine und mittelständische Unternehmen.Anders als viele Wettbewerber setzt Ionos auf eigene Rechenzentren und Infrastruktur. Ionos betreibt eine eigene, vollständig kontrollierte Infrastructure as a Service Plattform, die physisch und rechtlich in Europa verankert ist. Dies ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber US Anbietern, die zwar Regionen in Europa anbieten, aber durch den US Cloud Act theoretisch zur Herausgabe von Daten an US-Behörden gezwungen werden können. Für den europäischen öffentlichen Sektor, das Gesundheitswesen und sicherheitskritische Industrien ist Ionos oft der einzig gangbare Partner, der DSGVO-Konformität nicht nur verspricht, sondern rechtssicher garantiert.Die Einführung von KI-Modellen in dieses souveräne Umfeld ist der nächste logische Schritt, den wir im Kapitel 3.1 detaillierter betrachten.Im klassischen Massengeschäft bietet Ionos Domain-Registrierung, Shared Webhosting, Website Baukästen sowie zunehmend Produktivitätslösungen wie E-Mail Marketing und Office Suiten, welche die Cashcow des Unternehmens sind.Die Zielgruppe von Ionos besteht zu einem großen Teil aus nicht technischen Kleinunternehmern, der Bäckerei um die Ecke, der lokalen Anwaltskanzlei oder dem Handwerksbetrieb. Für diese Kunden ist die Website und insbesondere die E-Mail Adresse geschäftskritisch. Ein Wechsel des Anbieters wird als operatives Risiko bei minimalem finanziellem Vorteil wahrgenommen. Dies führt zu sehr niedrigen Abwanderungsraten und hohen wiederkehrenden Umsätzen.Mit “Sedo” hat Ionos auch eine Adtech Sparte, welche eine der größten Domain Marktplätze der Welt ist, die sie mit den letzten Quartalszahlen allerdings zum Verkauf gestellt haben. Über Sedo monetarisiert Ionos den Domain Zweitmarkt und Domain Parking mit Werbung. Sedo vermittelt über 22 Millionen Domains und erzielt Erlöse aus Auktionen, Verkäufen und geparkten Domains mit Werbeanzeigen, ist aber ein eher zyklisches Geschäft, einerseits durch die Werbung auf den geparkten Domains aber auch bzgl des Hypes um bestimmte Domains.1.2 GoDaddyGoDaddy ist der globale Branchenprimus im Domain Business und kommt auf eine Marketcap von rund $14 Mrd. Der US Konzern wurde 1997 gegründet und ist heute mit über 84 Millionen verwalteten Domains der größte Domain Registrar der Welt.Historisch gesehen war GoDaddy ein reiner Arbitrageur von Domain Namen: Einkauf bei der Registry (z.B. Verisign für.com), Verkauf an den Endkunden mit einem Aufschlag. Dieses Modell ist volumengetrieben, aber margenschwach. In den letzten fünf Jahren hat GoDaddy jedoch eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen. Das Unternehmen hat erkannt, dass die Domain Registrierung nur der erste Schritt im Lebenszyklus eines Unternehmens ist, der sogenannte “Top of Funnel”.Wer eine Domain kauft, signalisiert eine kommerzielle Absicht. GoDaddy nutzt diesen Moment, um dem Kunden nicht nur die Adresse, sondern das gesamte Geschäft zu verkaufen.Das Unternehmen bietet ein ähnlich breites Portfolio wie Ionos: Domainregistrierung, Webhosting, Website Builder, E-Mail und Office Integrationen, SSL Zertifikate und Sicherheitsprodukte, Onlinemarketing Tools sowie E-Commerce Lösungen. Dies gipfelt in der aktuellen Strategie rund um KI gestützte Onboarding Maschine GoDaddy “Airo” auf die ich in Kapitel 3.2 näher eingehen werde.Mit der Zeit hat GoDaddy sein Geschäft in zwei Segmente aufgeteilt: Core Platform (Domains, Hosting, Website Baukasten) und Applications & Commerce (Business Anwendungen, Marketing, Onlineshops, Zahlungsabwicklung). Das Domain- und Hosting Kerngeschäft wächst eher langsam (niedriger einstelliger Prozentbereich), liefert aber stabile Cashflows und trägt die Masse der Kundenbeziehungen. Die Applications & Commerce-Sparte wächst deutlich schneller (~14%+ p.a.), da hier neuere Produkte wie GoDaddy Payments (ein eigenes Zahlungssystem für kleine Händler), E-Commerce Tools und verschiedene Cloud Anwendungen für kleine Unternehmen (Terminbuchung, Marketing, etc.) enthalten sind.Zusätzlich profitiert GoDaddy vom Domain Aftermarket. Da fast alle wertvollen, kurzen .com Domains bereits vergeben sind, findet ein reger Handel auf dem Sekundärmarkt statt. GoDaddy agiert hier als Marktplatz und Treuhänder und verdient an jeder Transaktion mit, was eine hochmargige Einnahmequelle darstellt, diese Sparte steuerte rund $136 Mio. Umsatz im Quartal bei und machte damit grob 10% des Gesamtumsatzes aus.Im Vergleich zu Ionos unterscheidet GoDaddy einerseits, dass sie als Asset Light Modell operieren, sie fahren ihr eigenes Rechenzentren Geschäft zurück und arbeiten vor allem mit AWS zusammen und besonders spannend ist auch, dass GoDaddy nicht nur als Registrar sondern auch als Registry tätig ist. Man ist Registry für rund 240 Top Level Domains, die allerdings nicht so im Fokus stehen, z.B. .biz oder .us. Diese sind als Ausweichadresse aber immer gefragter, da die gewünschten Namen bei anderen Top Level Domains bereits vergeben sind. Ich schätze, dass man rund 5% seines Umsatzes als Registry erzielt und wenn man diese Umsätze so bewertet wie Verisign (EV/S ~15) könnten diese 5% des Umsatzes bereits rund 20% der Marketcap abdecken.2. Ionos und GoDaddy als KI-Verlierer?Bevor wir uns in Kapitel drei die eher bullische Sicht anschauen, möchte ich erstmal einen Blick darauf werfen, wovor der Markt aktuell Angst hat und die Aktien entsprechend abverkauft hat.Argument 1: Tod der WebsiteDas zentrale Argument der Bären ist, dass generative KI das traditionelle Interface des Internets, die grafische Website, obsolet macht.In der bisherigen Web Ära war die Website das unverzichtbare Schaufenster. Man musste z.B. expedia.com besuchen, um einen Flug zu buchen, oder wikipedia.org, um Informationen zu finden. In der Ära der GenAI ändert sich dieser Pfad nun deutlich. Ein Nutzer fragt heute z.B. ChatGPT: “Buche mir einen Flug nach London, Business Class, unter 1000 Euro.” Der KI-Agent führt diese Suche im Hintergrund aus. Der Nutzer sieht nie die Website der Airline oder des Reisebüros.Research Häuser prognostizieren aufgrund eines solchen Verhaltens einen Rückgang der Suchmaschinenzugriffe von -25 bis -50%.Das Argument ist daher klar: Wenn der Traffic auf Websites versiegt, weil KI-Agenten die Informationen direkt extrahieren und präsentieren, verliert die Website ihren kommerziellen Wert. Warum sollte ein Kleinunternehmer 20 Euro im Monat für Hosting und Baukasten bezahlen, wenn ihn niemand mehr besucht, sondern nur noch Bots seine Daten abgreifen?-> Das Argument ist zwar schlüssig aber ich sehe auch gute Gründe warum es nicht so kommen wird:Die Website als “Single Source of Truth”: Damit ein KI-Agent eine Buchung vornehmen oder eine Information verifizieren kann, benötigt er eine rechtlich verbindliche Datenquelle. Die Website ist das offizielle Register eines Unternehmens. Ohne die strukturierte Bereitstellung von Daten auf einer eigenen Domain haben KI-Modelle keine verlässliche Basis.Selbst wenn der menschliche Traffic sinkt, steigt der Wert der API-Fähigkeit und der strukturierten Daten. Ionos und GoDaddy wandeln sich von Hostern von Bildern hin zu Verwaltern von strukturierten Firmendaten, die für KI-Crawler optimiert sind.Unternehmen werden niemals die Kontrolle über ihre Kundenbeziehung vollständig an eine Blackbox wie OpenAI abgeben. Die Website bleibt der einzige Ort im Netz, der dem Unternehmer “gehört” (im Gegensatz zu Social-Media-Profilen oder KI-Plattformen).Argument 2: Die Kommoditisierung der ErstellungLange Zeit war die technische Hürde der Webseitenerstellung eine Art Burggraben für Anbieter wie GoDaddy und Ionos. Ihre Drag-and-Drop Baukästen lösten ein echtes Problem für Laien.Mit dem Aufkommen von neuen KI Modellen und Vibecoding ist Code jedoch faktisch kostenlos geworden. KI kann heute vollständige, funktionierende HTML/CSS/JS-Websites in Sekunden generieren, die oft besser optimiert sind als die Vorlagen der alten Baukästen. Dies senkt die Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber dramatisch. Ein Startup kann heute theoretisch in wenigen Wochen einen KI-basierten Website Builder auf den Markt bringen, für den man damals noch Jahre und ein hohes Budget brauchte.Wenn die Erstellung der Website zur Commodity wird, erodieren die Margen für die Software Tools. GoDaddy und Ionos könnten gezwungen sein, ihre Baukästen kostenlos anzubieten und nur noch über die Infrastruktur zu verdienen.-> Auch das Argument ergibt erstmal sinn und es könnte dazu führen, dass Ionos und GoDaddy kein oder kaum mehr Geld mit dem Websitebaukasten verdienen, doch ist dies ohnehin kein Kerngeschäft sondern eins von mehreren Cross Selling Produkten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass diese Entwicklung zum genauen Gegenteil führt, was in dem sogenannten “Jevons-Effekt” mündet: Wenn etwas billiger und einfacher wird (Webseitenerstellung), steigt die Nachfrage danach oft überproportional an. Wenn jeder Bäcker und jeder Hobby-Verein dank KI in 30 Sekunden eine professionelle Webpräsenz inklusive Shop und CRM erstellen kann, explodiert die Anzahl der zahlenden Abonnenten für die zugrunde liegende Infrastruktur (Hosting & Domain).Darüber hinaus profitiert GoDaddy und Ionos von seiner bereits starken Marktstellung. GoDaddy und Ionos besitzen Millionen von bestehenden Kundenbeziehungen. Es ist für einen Marktführer viel leichter, eine neue Technologie (KI-Builder) an seine 20 Millionen Kunden zu verkaufen, als für ein neues KI-Startup, 20 Millionen Kunden mühsam zu akquirieren.Jetzt abonnieren3. Ionos und GoDaddy als heimliche KI-Gewinner?Die in Punkt zwei besprochenen Bärsenthesen schauen vor allem auf das Interface was Ionos und GoDaddy bereitstellen, sehen aber nicht den Teil der Infrastruktur.Auch in einer Welt, die von KI-Agenten dominiert wird, müssen Daten physisch irgendwo liegen (Hosting) und eindeutig adressierbar sein (Domains/Identität). In einem Internet, das von synthetischen Inhalten, Deepfakes und Milliarden autonomer Bots geflutet wird, verschiebt sich der Wert von der “Erstellung” zur “Verifizierung”.Wer garantiert meinem KI Einkaufsagenten, dass der Shop, bei dem er gerade bestellen will, echt ist und kein Betrugs-Bot? Wer haftet, wenn ein KI-Agent einen falschen Vertrag abschließt?Hier liegt die massive strukturelle Arbitrage: Ionos und GoDaddy verkaufen nicht mehr nur Websites für Menschen, sondern sie bauen die Infrastruktur für Agenten.3.1 Ionos punktet mit “Momentun” und AISP FantasieIonos hat erkannt, dass im streng regulierten europäischen Markt Compliance ein Produkt ist. Die Strategie zielt darauf ab, die Anforderungen des EU AI Acts und der Datenschutzgesetze in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln, den US Hyperscaler aufgrund ihrer rechtlichen Struktur kaum replizieren können.Im Zentrum dieser Strategie steht der AI Service Passport (AISP). Dieses Konzept adressiert das Problem der Haftung und Transparenz.Sobald KI-Agenten nicht mehr nur Texte generieren, sondern Prozesse ausführen (Kunden bedienen, Zahlungen anstoßen, Dokumente prüfen, Entscheidungen vorbereiten), stellt sich die Frage: Wem kann ich vertrauen – und wer haftet? Bei Websites hat das Internet diese Frage über DNS, Zertifikate, Identitäten und Plattformregeln gelöst. Für agentische KI fehlt diese Vertrauensinfrastruktur noch weitgehend.Der AISP fungiert als maschinenlesbarer “Reisepass” für einen KI-Agenten. Er enthält kryptographisch verifizierbare Nachweise über:Identität: Wer ist der rechtliche Eigentümer des Agenten?Herkunft: Auf welchen Daten wurde das Modell trainiert? Wurden Urheberrechte beachtet?.Vollmacht: Was darf dieser Agent tun? (z.B. Darf Materialien bis zu einem Wert von 5.000 € bestellen).Audit Logs: Eine unveränderbare Historie der Entscheidungen des Agenten, gespeichert in der Ionos Cloud.In stark regulierten Branchen zählt nicht das „beste Modell“, sondern der beste Nachweis, dass der Service kontrolliert betrieben wird. Genau hier kann IONOS zum Gatekeeper werden, nicht durch ein rechtliches Monopol, sondern durch Marktstandardisierung.Bei AISP könnten vor allem die Strukturen zählen: Standort, Rechtsraum, Auditfähigkeit, Prozessreife. Und hier hat Ionos in Europa einen großen Vorteil, den viele US-Anbieter nicht gleichwertig erreichen können.Ein solches AISP Geschäft wäre entsprechend eine immer wiederkehrende Einnahme, wie eine Art “Compliance Maut” für KI-Agenten, die für Ionos bereits in wenigen Jahren einen größeren Anteil am Umsatz ausmachen könnte, der wohl auch eher hochmargig sein dürfte.Neben diesem erstmal noch zukünftigen Geschäft von AISP, integriert Ionos mit “Momentum” aber bereits jetzt schon eine eigene KI Suite in seine Produkte und kommt somit potentiellen Wettbewerbern und Disruptoren zuvor.Die Momentum SuiteMomentum wurde erst im November 2025 vorgestellt und vereint Infrastruktur (die Ionos-Cloud), Automatisierungs Tools und konkrete Anwendungssoftware auf einer Plattform. Ionos arbeitet dabei mit spezialisierten europäischen KI-Partnern zusammen um erprobte Lösungen zu integrieren. Momentum soll als “intelligentes Kontrollzentrum” fungieren, in dem ein Unternehmen verschiedene digitale Workflows mit KI Unterstützung steuert. Ionos möchte seinen Kunden einen Baukasten an KI Assistenten liefern, die alltägliche Geschäftsprozesse automatisieren und das alles souverän und datenschutzkonform in der Ionos-Cloud.Ein erstes Produkt aus diesem Programm ist der AI Phone Receptionist. Dieser virtuelle KI Empfangsassistent übernimmt für kleine Betriebe das Telefon: Er beantwortet Kundenanrufe rund um die Uhr, vereinbart durch Kalenderintegration Termine, beantwortet häufige Fragen anhand der Website Daten des Unternehmens und schickt dem Inhaber nach jedem Anruf eine Zusammenfassung. Praktisch ersetzt dieser Assistent eine menschliche Bürokraft am Telefon und das für unter €50 im Monat. Die Einrichtung ist denkbar einfach: Der Nutzer gibt nur seinen Firmennamen, Telefonnummer und Website URL ein, und die KI liest sich die Website in wenigen Minuten durch, um das nötige Wissen über das Geschäft zu erlangen. Ohne Programmierung hat der Kunde so einen 24/7-Anrufbeantworter mit natürlicher Sprache, so dass keinkein Anruf mehr verloren geht.Der KI-Rezeptionist ist erst der Anfang der Momentum-Suite. Geplant (und teils bereits in Entwicklung) sind weitere AI-Assistenten für Bereiche wie Social Media Management, Content Erstellung, Web Analyse/SEO, Design usw.Ionos spricht davon, perspektivisch ein ganzes „Digital Team“ an die Seite eines KMU zu stellen also mehrere spezialisierte KI-Agenten, die verschiedene Aufgaben erledigen. Dieses Konzept eines digitalen Mitarbeiterschwarms passt gut zum Kundensegment von Ionos: typische kleine Unternehmen haben weder Budget noch Know-how, um für jede Aufgabe (Marketing, IT, Kundendienst) eigene Leute einzustellen. Momentum liefert hier KI-Helfer, die integriert mit den bestehenden Ionos Tools laufen und einen weiteren klaren Upsell Case liefern.Diese Integration ist allerdings tiefgreifender und könnte die Kündigungsquote noch weiter deutlich reduzieren.Technisch gesehen ist Momentum ein autonomer Agent, der tief in die Systeme des Kunden integriert wird. Damit der Rezeptionist einen Termin buchen kann, benötigt er Zugriff auf den Kalender. Damit er ein Angebot versenden kann, benötigt er Zugriff auf die Produktdatenbank. Ionos verwaltet diese Berechtigungen. Das bringt einen großen Vorteil: Sobald ein Unternehmen seine Geschäftsprozesse an einen solchen Agenten delegiert hat, entsteht ein extrem hoher Lock-in-Effekt. Der Kunde kann nicht einfach zu einem anderen Hoster wechseln, ohne seinen digitalen Mitarbeiter und dessen Gedächtnis/Berechtigungen zu verlieren. Ionos wandelt sich vom austauschbaren Infrastruktur-Provider zum unverzichtbaren Prozess Partner.Die Monetarisierung erfolgt hierbei doppelt: Einmal über das monatliche SaaS-Abo für “Momentum” und zusätzlich über die zugrundeliegende Cloud Infrastruktur, die für das Hosting der Agenten und Logs benötigt wird.3.2 GoDaddy punktet mit “Airo” und ANS FantasieWährend Ionos den Weg über Compliance und regulatorische Tiefe geht, nutzt GoDaddy seine Marktposition beim DNS, um das Problem der Discovery im Agentic Web zu lösen.Das “Discovery Problem” im Agentic WebWenn zukünftig verstärkt Agenten mit Agenten kommunizieren sollen braucht es einen Weg der Auffindbarkeit und Legitimierung. Wenn nun z.B. ein KI-Assistent eine Reise buchen soll, muss er mit dem Agenten der Fluggesellschaft, dem Agenten des Hotels und dem Agenten der Mietwagenfirma kommunizieren. Das Problem: Woher weiß mein Assistent, unter welcher Adresse der legitime Agent der Lufthansa erreichbar ist? Wie unterscheidet er ihn von einem Betrugs-Bot, der vorgibt, die Lufthansa zu sein, um Kreditkartendaten abzufangen? Aktuell fehlt dem Internet ein standardisiertes “Telefonbuch” für Maschinen.Die Lösung: Agent Name Service (ANS)GoDaddy hat mit dem Agent Name Service (ANS) eine Lösung vorgestellt, die auf der robustesten Technologie des Internets basiert: dem Domain Name System (DNS). Anstatt eine neue, komplexe Blockchain-Lösung zu bauen, nutzt GoDaddy die bestehende DNS-Infrastruktur.Technische Funktionsweise: Das ANS-System ermöglicht es Domain Inhabern, ihre KI-Agenten unter ihrer vertrauten Domain zu registrieren (z.B. agent.xyz.com). GoDaddy stellt Zertifikate aus, die beweisen, dass der Agent, der unter agent.xyz.com antwortet, tatsächlich vom Inhaber der Domain xyz.com kontrolliert wird.Vorteil von DNS/ANS (Der Lindy-Effekt)Viele Web3-Startups versuchen, Identität über Wallets und Blockchains neu zu erfinden. GoDaddy setzt dagegen auf den Lindy-Effekt: Technologien, die schon lange existieren (wie DNS), werden wahrscheinlich auch in Zukunft existieren. DNS ist global verteilt, extrem schnell, wird von jedem Router der Welt verstanden und, das wohl wichtigste, Unternehmen besitzen bereits ihre Domains. Für einen GoDaddy Kunden ist die Einrichtung eines ANS-Eintrags nur ein weiterer Klick im Dashboard, keine komplexe Wallet Integration.Netzwerkeffekte und MonetarisierungGoDaddy besitzt mit über 84 Millionen Domains den größten “Bootstrap” für dieses neue Netzwerk.Supply Side: GoDaddy kann Millionen von SMBs mit einem Klick in das ANS-System onboarden. Plötzlich sind Millionen von lokalen Geschäften (Pizzerien, Handwerker) für KI-Agenten sichtbar und buchbar.Demand Side: Entwickler von KI-Apps (z.B. OpenAI, Reisewebsites) werden das ANS-Verzeichnis nutzen, weil es die größte Datenbank verifizierter Agenten ist.Die Monetarisierungsmöglichkeiten für GoDaddy sind vielfältig und erinnern an die Rolle von Visa oder Mastercard:Listing Fees: Eine Gebühr für die Verifizierung und Listung im ANS (ähnlich wie SSL Zertifikate).Transaction Fees: Potenziell eine minimale Gebühr für die erfolgreiche Vermittlung einer Transaktion zwischen zwei Agenten.API Access: Gebühren für Entwickler, die das ANS Verzeichnis in Echtzeit abfragen wollen.Durch ANS verwandelt sich GoDaddy von einem Verkäufer von Namen (Domains) zu einem Betreiber des globalen Adressbuchs für KI Agenten. Dies ist ein klassisches Plattform-Geschäftsmodell mit extrem hohen Margen und Netzwerkeffekten.Vergleichen wir das ganze mit dem Beginn der Analyse, könnte man sich von einem Registrar zu dem Verwalter einer der zukünftig größten “Registrys” entwickeln.Sollte man diesen Schritt wirklich schaffen und das ist höchst unsicher! könnte GoDaddy in eine ganz andere Dimension hineinwachsen.Die Schätzungen für die Entwicklung von KI-Agenten sind exorbitant, heutzutage gibt es rund 380 Millionen URLs (alle Endungen mitinbegriffen) wovon Godaddy rund 82 Millionen in der Verwaltung hat. Es gibt Schätzungen, dass in 5 Jahren die Anzahl an KI-Agenten etwa 10x so hoch sein wird, wie wir aktuell URLs haben, da einzelnen URLs zukünftig mehrere KI-Agenten benötigen. Das wären nach diesem Gedankengang dann fast 4 Mrd Agenten, sollten sich diese alle in das ANS Telefonbuch von GoDaddy eintragen wollen und sich GoDaddy an dem Preis von Verisign für .com Domains orientieren, wäre das ein Ertrag von $40 Mrd, die wohl zu Höchstmargen erzielt werden und jährlich wiederkehrend wären. Zugegeben, dass ist das absolute perfect best Case Szenario das wohl niemals eintreten wird, aber es zeigt grundsätzlich das Potential und wie sich GoDaddys Geschäft ändern könnte, denn aktuell machen sie nur rund $5 Mrd Umsatz und diese im mittleren Margen Bereich (EBITDA ~30%). Da GoDaddy mit seinem aktuellen Geschäft moderat bewertet wird (kommen wir im nächsten Kapitel zu) sehe ich hier wenig Druck, dass das ganze tatsächlich erfolgreich werden muss, sondern eher als gewaltige Call Option, falls man sich hier tatsächlich durchsetzen kann.Neben diesem “Telefonbuch” ist GoDaddy bereits dabei aus dem reinen entdecken und legitimieren auch ein “erwerben” zu machen und das ganze als eine Art Appstore für Ki Agenten zu erweitern.Was spricht dafür dass sich ANS durchsetztAuch wenn das ganze auf den ersten Blick ziemlich größenwahnsinnig klingt, hat GoDaddy ein paar Trümpfe in der Hand die sie dafür in die Poleposition bringen:GoDaddy ist der First mover in dem Bereich und hat sein Anspruch klar gemacht in dem man letzten Monat sein ANS Marktplatz gestartet hatMan besitzt die mit Abstand größte Domainbasis und kann die KI Agenten Registrierung ganz einfach in die bestehenden Prozesse integrieren und könnte damit schnell einen Vorsprung aufbauenGoDaddy nutzt sein Wissen aus dem Zertifikate Geschäft und dem DNS. ANS ist im Grunde die logische Verschmelzung dieser beiden Welten. Sie haben die nötige Public Key Infrastructure, um Milliarden von Schlüsseln sicher zu verwalten.GoDaddy hat die ANS Spezifikationen und die APIs für Entwickler geöffnet. Das Ziel: Entwickler sollen ihre KIs standardmäßig mit ANS Schnittstellen bauen. Sobald genug Entwickler das tun, entsteht ein Netzwerkeffekt, den man kaum noch einholen kann.Durch die Unterstützung des x402-Protokolls macht GoDaddy aus der Identität gleichzeitig ein Portemonnaie. Ein GoDaddy-Agent kann sich nicht nur ausweisen, sondern auch autonom bezahlen.Was die Herausforderungen sein werdenNatürlich werden Schwergewichte wie Microsoft, Google oder OpenAI versuchen, eigene Identitätsstandards für ihre Agenten zu etablieren. Doch hier stößt das Modell geschlossener Systeme an seine Grenzen: Ein vielfältig agierendes Unternehmen kann es sich nicht leisten, dass sein Verkaufsagent nur Kunden erreicht, die im selben KI-Ökosystem operieren.Daher gewinnt Neutralität. Während Big Tech Silos baut, nutzen GoDaddy und IONOS mit dem DNS-System die neutrale Basisschicht des Internets. Eine Identität, die auf der eigenen Domain basiert, ist portabel, KI-agnostisch und rechtlich eindeutig zuordenbar. In einer Welt von Milliarden autonomen Agenten ist Interoperabilität kein Nice-to-have, sondern Grundvoraussetzung für globalen Handel. So wie heute E-Mail nicht funktionieren würde, wenn Outlook/Exchange nur mit Outlook/Exchange und Gmail nur mit Gmail kommunizieren könnte.Wer die Adressbücher dieser neutralen Infrastruktur kontrolliert, sitzt an einer weitaus mächtigeren Position als derjenige, der nur das aktuell beste Sprachmodell liefert.In besonders empfindlichen Regionen wie der EU dürfte der ANS Eintrag nicht ausreichen, hier müsste es Tiefer gehen (siehe AISP von Ionos)Sollte GoDaddy hier zu schnell zu stark auf den Umsatz dieser von ANS Agenten drängen könnte der Markt sich wieder abwenden und versuchen eine Alternative zu bauen um diese künstliche “Steuer” zu vermeiden.Ich denke die nächsten 2 Jahre werden hier bereits sehr viel Klarheit schaffen, GoDaddy muss jetzt schnell sein und eine kritische Masse erreichen, die dazu führt, dass man an seinem ANS nicht mehr vorbeikommt.Wer mehr über die konkrete Funktionsweise von ANS wissen will, sollte sich am besten den Artikel von GoDaddy dazu durchlesen: https://www.godaddy.com/resources/news/building-trust-at-internet-scale-godaddys-agent-name-service-registry-for-the-agentic-ai-marketplaceAber erstmal genug zu dieser großen Call Option, denn das ist Zukunftsfantasie, wenn wir heute in GoDaddy investieren, sollten wir sicherstellen, dass das Unternehmen auch bei einem Misserfolg von ANS ein gutes Investment werden könnte und daher schauen wir uns noch kurz an wie sie selbst im Bereich KI unterwegs sind und hier kommt die oben schon erwähnte Airo Plattform ins Spiel.Airo - GoDaddys KI AngebotAiro ist eine KI-gestützte Komplettlösung, die den gesamten Lebenszyklus eines Unternehmens automatisiert:Sofort-Präsenz: Mit nur wenigen Stichworten generiert Airo nicht nur einen Domainnamen, sondern sofort ein passendes Logo, eine vollständige Website und passende E-Mail-Adressen.Agentic AI: Airo erstellt seit Ende 2025 autonome Agenten. Diese Agenten übernehmen Aufgaben wie das Terminmanagement, die Rechnungsstellung oder das Beantworten von Kundenanfragen.Automatisches Marketing: Die KI erstellt einen Marketing Kalender, schreibt Social Media Posts, generiert passende Bilder und optimiert die SEO, alles abgestimmt auf die Marken des Nutzers.Integrierte Verifizierung: Jeder über Airo erstellte Agent erhält automatisch eine ANS-Identität, damit er im Netz als vertrauenswürdig erkannt wird.Durch Airo haben die GoDaddy Kunden einen klaren Mehrwert:Zeitersparnis: Laut GoDaddy Studien sparen Unternehmer durch Airo durchschnittlich 10 Stunden pro Woche. Prozesse, die früher Wochen dauerten (Branding, Web-Design), werden auf Minuten verkürzt.Demokratisierung von Expertise: Ein Ein-Personen-Betrieb sieht online so professionell aus wie ein größeres Unternehmen. Man braucht keine Designer, Texter oder SEO-Agenturen mehr.Niedrige Hürden: Die Bedienung ist extrem einfach. Man spricht mit der KI über seine Vision, und Airo setzt sie technisch um.Und auch für GoDaddy ist Airo ein gutes Geschäft:Höherer ARPU: Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer steigt deutlich. Statt 15€ für eine Domain zahlt ein Airo Kunde oft über 200 € im Jahr für das Software Bundle.Starke Kundenbindung: Wie schon bei Ionos und Momentum beschrieben, haben diese Tools einen deutlichen Lock-in Effekt. Wenn die KI eines Kunden alle Termine bucht und die E-Mails schreibt, wechselt dieser Kunde wohl nur noch in Ausnahmefällen den Anbieter.Höhere Margen: Während GoDaddy bei Domains Gebühren an Registries abgeben muss, ist die Airo-Software eine Eigenentwicklung. Jeder Euro Umsatz in diesem Bereich hat eine sehr hohe Bruttomarge.Vom Händler zum Partner: GoDaddy ist nicht mehr nur der Ort, wo man die Adresse kauft, sondern die Plattform, die das Geschäft aktiv am Laufen hält. Vereinfachung: Durch die KI Tools wird alles in kürzester Zeit automatisiert erstellt. Nutzer, die bisher eine Website wollten aber noch berührungsängste hatte, könnten nun den Schritt wagen oder andere wiederum zusätzliche Projekte ohne großen Mehraufwand realisieren. Das vergrößert den potentiellen Kundenstamm von GoDaddy.4. BewertungSchauen wir uns noch kurz die aktuelle Bewertung beider Unternehmen an, auch im historischen Vergleich.Schauen wir zuerst auf die EV/EBIT Entwicklung der kommenden 12 Monate der beiden im 5 Jahres Chart:Quelle: TikrBei GoDaddy kommen die Analysten hier aktuell auf ein Multiple von 13,6, was der niedrigste Wert in diesem 5 Jahreszeitraum ist, während man im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch bewertet war. Bei Ionos haben wir bis zum IPO nur einen Zeitraum von knapp drei Jahren, mit einem EV/EBIT von 11 liegt man zwar leicht über seinem Tiefststand von 10, aber unter seinem Durchschnitt von 13 und auch absolut sogar niedriger als GoDaddy.Auch beim FCF Multiple sehen beide mit 8,1 (GoDaddy) und 11,8 (Ionos) günstig aus, wobei man bei GoDaddy auch noch die Aktienbasierten Vergütungen herausrechnen müsste, wenn man das macht, kommt der FCF bezogen auf die Marketcap auf etwa 10.Quelle: TikrSchauen wir zum Schluss noch auf das erwartete EBIT Wachstum bei beiden Werten:Quelle: TikrBeide sollen in 2026 und 2027 mit rund +15% und +12% ähnlich stark wachsen wobei ich davon ausgehe, dass in diesen Schätzungen noch keine Erwartungen an ANS oder AISP eingepreist sind.5. FazitDie Börse spielt aktuell einen Bear Case für Ionos und GoDaddy und könnte damit einen fundamentalen Fehler begehen. Die Bear Case Szenarien sind zwar real, betreffen aber primär die Oberfläche des Internets. Die Tiefe, die Notwendigkeit für verifizierte Identität, rechtssichere Ausführung und physische Datenhaltung, nimmt in einer KI-Welt nicht ab, sondern könnte deutlich zunehmen zu.Ionos ist hier mit seiner Momentum Plattform einerseits gut positioniert, um über den Verkauf von KI-Tools zusätzliche Umsätze zu erzielen, aber vor allem ist es eine zusätzliche Wette auf den regulatorischen Burggraben Europas. Mit dem AISP liefert Ionos die Schaufeln für den Bau einer rechtskonformen KI-Wirtschaft in Europa.GoDaddy ist mit seinen Airo Angeboten ebenfalls gut aufgestellt um durch KI neue Kunden und zusätzliche Umsätze zu generieren, welche die Churn deutlich senken könnten.Darüber Hinaus hat GoDaddy mit dem Aufbau des ANS Systems eine riesige Calloption darauf das Telefonbuch der KI Agenten zu werden und als Unternehmen in eine ganz andere Größenordnung zu katapultieren. Dass dies passiert ist keineswegs sicher, aber ich halte es für möglich, dass es gelingt. Daher hat es mich sehr gewundert, dass die Börse diese Nachrichten zur Entwicklung von ANS seit der Ankündigung im Oktober 2025 komplett ignoriert hat und den Abwärtstrend bei GoDaddy ohne Unterbrechung fortgesetzt hat. Für mich ist der Abverkauf hier nun so oder so zu viel des Guten und für mich notiert GoDaddy und auch Ionos auch für sein klassisches Geschäft mittlerweile zu einer so attraktiven Bewertung, dass ich bei beiden eine Position aufgebaut habe.Jetzt abonnierenTeilenDisclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Er dient ausschließlich Informationszwecken und basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen. Es handelt sich nicht um eine unabhängige Finanzanalyse gemäß § 85 WpHG. Ich bin in die erwähnten Aktien sowohl privat als auch über meine wikifolios investiert – ein Interessenkonflikt besteht.